#003 - Planung und Umsetzung

PLanung und Umsetzung

Wovon wieviel?

Containerbau: Planungsdetails im Kopf behalten mit To Do Listen, Zeitplänen, etc.

Projektplan - Umsetzung:"Termine Gerissen"

Ich hatte einen Plan. Gemäß diesem Plan sollte ich diese Woche die Dämmung im Container vornehmen, nachdem einige vorgelagerte Arbeitsschritte bereits erledigt sein sollten.

 

Der tatsächliche Status Quo: Ich habe mit dem Bau noch nicht einmal begonnen.

 

Der Perfektionist in mir beginnt bei einer solchen Aussage sofort unruhig zu werden: Wie kann das sein? Wieso zögert sich der Baubeginn so lange hinaus? Warum geht nicht alles schneller? Kann ich nicht bereits starten bevor die letzten Planungsschritte abgeschlossen sind? 80% sind doch fix, die letzten 20% werden sich schon finden...

 

Aber ich besinne mich, falls solche Gedanken doch einmal die Oberhand gewinnen: Ich möchte in meinem Projekt nicht ein Ergebnis erzielen, das "Okay" ist. Mein Anspruch ist ein anderer. 

Dazu möchte ich mit einem sauberen Werkplan in die Umsetzung starten. Vor Baubeginn muss also feststehen, welche Komponenten an welchem Ort zu welchem Zweck eingesetzt werden. Ob sich das auf den Aufbau der Wände bezieht oder die Platzierung von Bett und Couch ist dabei egal. Erst wenn alle derzeit bekannten Punkte mindestens einmal sauber durchdacht, mit meinen "Sparring-Partnern" (Fachleute und meine Freundin) durchgesprochen und dann auf ihre Kompatibilität geprüft wurden, bin ich zufrieden.

Saubere Planung - Hochwertiges Ergebnis

Der Grund für dieses Vorgehen ist aus meiner Sicht wie folgt:

Ich möchte ein qualitativ absolut hochwertiges Ergebnis erzielen. Dies ist mit 80% Planung aber nicht möglich, da dabei logischerweise 20% vorerst nicht bedacht blieben. Genau daraus resultieren im Nachgang aber die meisten Schwierigkeiten. Mein Wunsch ist es also, so nahe wie möglich an eine vollständige Planung (nahe 100%) heranzukommen, um Probleme schon vorab so weit wie möglich zu minimieren.

 

Selbstverständlich hänge ich auch nicht dem Irrglauben an, dass mit einer "perfekten Planung" (falls es diese tatsächlich geben sollte) KEINE Probleme in der Umsetzung auftreten werden (Einige Menschen, die mich als Planungsliebhaber kennen, werden an dieser Stelle schmunzeln. ;-)).

Schwierigkeiten wird es natürlich geben. Sie sind Teil des Prozesses. Aber je genauer die Planung vorab läuft, desto sicherer bin ich, dass die Probleme überschaubar bleiben und sich keine "strukturellen Fehler" eingeschlichen haben, die entweder das ganze Projekt in Frage stellen oder eine Plan-Änderung zu einem Zeitpunkt erfordern, zu dem der Aufbau im schlimmsten Fall abgeschlossen ist.

Detailplanung zahlt sich aus

Das heißt wie so oft geht es um das "richtige" Maß an Planung, bevor ich mich an die Umsetzung des Plans mache.

Wie ich in anderen Lebensbereichen und bei anderen Gelegenheiten lernen konnte, zahlt sich eine anfänglich als "zu lang" wahrgenommene Planung oft auf den letzten Metern eines Projektes aus, wenn bei der Umsetzung die Fragen nach den Details direkt beantwortet werden können (weil diese vorher bereits bedacht worden waren) und nicht mit Druck eine suboptimale, kurzfristig gefundene, Lösung angewandt werden muss.

 

Zur Verdeutlichung eine Anekdote aus dem echten Leben: Bei meinem letzten Umzug musste mein Hab und Gut aus meiner Single-Wohnung in die Wohnung meiner Freundin - wo wir zukünftig gemeinsam wohnen wollten - gebracht werden. Natürlich hatte ich den Tag des Umzugs minutiös durchgeplant, was bei meiner Freundin (die eher auf Improvisation setzt) Heiterkeit auslöste. Ich wurde unter Gelächter als "Planungsfanatiker" bezeichnet.

Die Abholung des Transporters, welche Teile zuerst eingeladen werden, welche Teile im Transporter wohin gestellt und auf welche Weise gesichert werden sollen, wie oft wir fahren müssen, was in der neuen Wohnung wo abgestellt wird, usw., hatte ich mir vorher überlegt. Entlang dieses Plans haben wir uns an besagtem Tag vorgearbeitet und siehe da: alles hat an einem Tag funktioniert (sogar der Transporter konnte am späten Abend noch zurückgebracht werden und nicht erst am folgenden Morgen).

Im Nachhinein gibt meine Freundin freiwillig zu, dass es während des Umzugs gut war, auch auf Detailfragen vorbereitet zu sein (Wo muss der große Schrank verstaut werden, damit er weder kaputt geht noch den gesamten Platz einnimmt? Fahren wir wirklich nur zweimal?) und sie vorher nicht gedacht hätte, dass wir den Umzug tatsächlich auf einen Tag so reibungslos "wuppen".

 

Ich kann mich also im Moment sehr gut damit trösten, dass die Zeit, die ich teilweise zusätzlich in die Ausplanung des Containers stecke (weil ich sehe, dass sie notwendig ist um eine solide Werkplanung aufzustellen), zum Ende des Projektes wieder zum Teil einsparen werde, da keine Lösungen für anfänglich bekannte Themen kurzfristig aus dem Ärmel zu schütteln sind.

Diese Erkenntnis lässt mich ruhig bleiben und auch der Perfektionist in mir wird durch die hervorragenden Aussichten bei der Zielerreichung besänftigt.

 

Und ein Gutes hat die Verzögerung in der Planung außerdem: in der Zwischenzeit konnte ich mich um die Beschaffung der richtigen Grundausstattung an Werkzeug und anderem Equipment kümmern, was mir durchaus Spaß bereitet hat. Welcher Mann kauft nicht gerne gutes Werkzeug?

 

In der Zwischenzeit sind die Gründe für die Verzögerungen beseitigt und ich erwarte, Ende September / Anfang Oktober mit dem Bau beginnen zu können.

Ich bin also zuversichtlich, im nächsten Beitrag mit den ersten Eindrücken vom Bau aufwarten zu können.

[Wer diese nicht verpassen will, trägt sich am Besten in der Mailing-Liste ein...]