Ein Seecontainer wird zur Wohnung

Von der Idee zum Projekt


Im Leben fühlen sich manche Dinge richtig und manche Dinge falsch an.

Im Sommer 2015 habe ich meinen Urlaub in den kanadischen Rockies verbracht. Hinter mir lag ein extrem anstrengendes, kraftraubendes Arbeitsjahr.

Langsam entspannte ich mich, blickte zurück und stellte fest:  So wie in den vergangenen Monaten möchte ich nicht wieder arbeiten oder leben. Es wurde mir klar, dass ich meine Erfüllung nicht alleine darin finde, täglich eine Vielzahl an Emails zu schreiben und einige Stunden zu telefonieren [Mehr zu meiner Person findet ihr hier].

 

Und da man beim Wandern in den Wäldern Kanadas viel Zeit mit sich und zum Nachdenken hat, stellte ich mir die Frage, was mich wirklich erfüllt. Mir kamen zwei essentielle Dinge in den Sinn:  Ich wollte einerseits handwerklich arbeiten und andererseits unmittelbar das Ergebnis meiner Arbeit sehen können.

Eine transportable Blockhütte. Eine Höhle aus Stahl.

Was in diesem Urlaub noch weit interessanter war: Beim Wandern stieß ich am Wegesrand immer wieder auf Blockhütten und ließ mich zu Gedankenspielen hinreißen, wie es wäre eine Solche zu bewohnen - wie bei einigen anderen Urlauben zuvor in ähnlicher Umgebung. Die noch interessantere Frage war jedoch, ob es mir möglich wäre eine Hütte selbst zu bauen.

 

Relativ schnell gab ich mir selbst die Antwort, dass ich das durchaus schaffen könnte. Wo ich eine solche Hütte gerne hätte, konnte ich ich mir jedoch nicht so einfach beantworten.

In Kanada oder Norwegen? - Zu weit für einen Wochenendtrip von Hamburg aus.

In der Nähe Hamburgs? - Sehr gerne! - Aber auch nicht für immer. Denn vielleicht ergibt sich später doch eine Möglichkeit in Kanada oder irgendwo anders mitten in der Natur ansässig zu werden...

 

Um also verschiedene Szenarien und Eventualitäten abdecken zu können, ergab sich die Schlussfolgerung, dass die Hütte transportabel sein muss. Eine konventionelle Blockhütte aus passgenauen Baumstämmen erfüllt diese Anforderung jedoch nur mit deutlichen Einschränkungen.

So kam mir die Idee, einen Seecontainer in meine Überlegungen mit einzubinden.

Transportabel, widerstandsfähig und mit einem sehr klarem Design entsprach der Container genau meinen Vorstellungen: eine moderne "Höhle", die es den Bewohnern ermöglicht, in und mit der Natur zu leben aber trotz allem Schutz und einige Annehmlichkeiten bietet.  

 

Die Idee gefiel mir immer besser und ich diskutierte Sie zum ersten Mal mit meiner Freundin, die mich entgegen aller Erwartungen nicht als "verrückt" abstempelte. 

Weltweit existieren Containerhäuser, aber nicht mit meinem Anspruch.

Wieder Zuhause ließ mich die Idee nicht los und ich begann in die weitergehende Recherche einzusteigen.

Dabei stellte sich heraus, dass es weltweit bereits eine riesige Zahl an Bauten aus Containern gibt. Insbesondere in den Niederlanden und den USA, aber auch in Skandinavien, Asien, und Südamerika existieren Wohnungen aus einzelnen oder mehreren Containern in den unterschiedlichsten Formen und Designs, die eine Vielzahl an Ansprüchen bedienen. Und auch in Deutschland bestehen bereits - neben den allgegenwärtigen Baustellencontainer und günstigen Massenwohnlösungen - einige anspruchsvolle Wohncontainerprojekte, die ebenfalls Seecontainern in Wohnraum umwidmen.

 

Also: Nichts vollständig Neues, keine "bahnbrechende" Idee. Normalerweise wäre damit Ernüchterung angesagt gewesen. Aber diesmal blieb das Thema für mich spannend. Die Fragestellung lautete:  Wie muss mein Container aussehen und wie kann ich diese Vorstellung mit meinen - wirklich hohen - Ansprüchen umsetzen?

 

Was dann folgte waren Überlegungen zu möglichen Bauvarianten für einen eigenen Container, eine Vielzahl an gezeichneten Layouts, Recherchen zu Dämmung, Heizung, Regularien, Kalkulationen und Berechnungen und letztlich die Ausarbeitung eines Konzepts, wie eine Containerhütte in die Wirklichkeit umgesetzt werden kann.

Im Februar 2017 war es dann an der Zeit die Planung von 1,5 Jahren in die Tat umzusetzen und ein Unternehmen mit dem Zweck der Errichtung eines solchen Containers zu beginnen. Das Ziel ist es einen Prototypen zu erstellen, der in Schleswig-Holstein steht und als Ferienhaus gemietet werden kann.

 

Und auch diese Aussichten fühlen sich richtig an. - Beste Voraussetzungen also!