Tiny Living

Hintergründe zu Tiny Houses, Container Home, Off Grid Housing


Günstig + Mobil = Unabhängig

Wer schon einmal in Nordamerika einen “Trailer Park” gesehen hat, möchte dort selbst vermutlich nicht länger wohnen. Es handelt sich um eine Ansammlung recht einfacher aber mobiler Bauten (Trailer), die für kleines Geld gemietet werden können und meist von einkommensschwachen Bevölkerungsschichten bewohnt werden.

 

Unabhängig vom Aufstellort und dem Aussehen bieten Trailer jedoch zwei Vorteile, die nicht zu unterschätzen sind:

  • Diese Wohnungen können bei einem Wohnortwechsel (auch über viele hundert Meilen hinweg) problemlos mitgenommen werden.
  • Die Kosten für einen solchen Trailer sind im Vergleich zum Miete oder gar dem Kauf eines Hauses sehr überschaubar und können entweder ganz ohne oder nur mit einem kleinen Kredit finanziert werden, was Unabhängigkeit schafft.

Tiny Houses & Tiny Living

Vor einem Jahrzehnt wurde dann begonnen, so genannte Tiny Houses zu bauen. Diese sind deutlich ansprechender als die bekannten Trailer gestaltet und im Umfeld ihrer Verbreitung habe sich weitere Bewegungen entwickelt:

  • Leben auf geringem Wohnraum („Tiny Living“), womit auch einher geht mit reduzierten /  limitierten Habseligkeiten auszukommen
  • Reduktion des Energieverbrauchs.
  • „Off grid housing“, also Leben ohne Anbindung an die Strom-, Wasser, Abwassernetze, was bedeutet, in diesen Bereichen durch Solaranlagen, Wasseraufbereitungsanlagen und ökologischen Filteranlagern zum Selbstversorger zu werden.

Tiny Houses werden auf der Basis eines Flachen Transportanhängers aus Holz errichtet und bieten zw. acht und 20qm Grundfläche. Zumeist wird ein konventionelles Satteldach verbaut und es werden Baumaterialien und –methoden verwendet, die in den USA ebenfalls für „reguläre“ Holzhäuser eingesetzt werden. Kleine Häuser auf Anhängern also. In Verbindung mit vergleichsweise flexiblen Baubestimmungen, die diese Art des Bauens zulassen bietet sich damit die Möglichkeit für kleines Geld ein Eigenheim zu besitzen, das seinen Namen auch verdient, weil man sich durch den Kauf nicht über Jahrzehnte hinaus verschuldet und das Haus beim nächsten Jobwechsel z.B. von der Ost- an die Westküste einfach mitnehmen kann.

Tiny Living in Europa

Seitdem der Trend auch in Europa angekommen ist, bieten auch hierzulande einige Zimmereien Tiny Houses an, die in Deutschland aufgestellt und auch auf den Straßen bewegt werden dürfen.

 

Aber auch das Bauen mit Modulen, die z.T. wieder zurück- und anderweitig aufgebaut werden können wird immer populärer, da kürzere Bauzeiten mit geringerer Belästigung durch Baulärm realisiert und gleichzeitig die Baukosten durch Standardisierung gesenkt werden können.  

 

Darüber hinaus nimmt auch der Trend zu Tiny Living in Europa immer mehr Fahrt auf.  Eine Vielzahl von Projekten, die von Studentenwohnungen zu altersgerechten Mini-Häusern reichen, zeigen, dass mit intelligenten, Platz sparenden Raumkonzepten z.B. auch kleine Grundstücke oder temporär vorhandene Freiflächen nutzbar gemacht können um auf diese Weise auch der Wohnungsknappheit in Innenstädten zu begegnen.

Natürlich nach Vorne

Das sich ändernde Bewusstsein hin zu Ressourcen schonendem Bauen, Wohnen und Leben geht mit der Nutzung von „kleinen aber feinen“ Wohnlösungen Hand in Hand. Es wird vermehrt auf natürliche Bauprodukte gesetzt, die energieeffizient hergestellt und rückstandslos recycled werden können. Auch die Nutzung von Energien aus „eigener Herstellung“ durch Solarpanele, Luftwärmepumpen, etc. ist etabliert, wird gesetzlich eingefordert und staatlich gefördert.

 

In dieses Umfeld fügen sich auch Bauten aus Containern nahtlos ein und bieten einen außergewöhnlichen, industriellen Charme für Individualisten, der auch optisch aus dem baulichen Einheitsbrei heraussticht.